Vom Labyrinth des Lebens

Feierliche Verabschiedung der Absolventinnen und Absolventen an der Maria-Ward-Realschule

Eichstätt (EK) Im Rahmen eines Festakts wurden die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 2019 an der Maria-Ward-Realschule in Rebdorf in einen neuen Lebensabschnitt entlassen.

Den traditionellen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Johannes konzelebrierten Domvikar Christoph Wittmann und der evangelische Pfarrer Günter Gastner. Er stand unter dem Motto “Im Labyrinth des Lebens” und beschäftigte sich mit den verschlungenen Wegen, Durststrecken und Haltepunkten im Leben des Menschen. Gastner betonte in seiner Festpredigt, dass der “vermeintliche Irrgarten Schule” nunmehr gemeistert sei. Auch wenn Sackgassen und Mauern das Leben manchmal begrenzten, könnten sich die Absolventinnen und Absolventen in Zukunft darauf verlassen, dass sie nicht allein seien und ihr Leben kein Irrgarten sei, sondern ein Labyrinth, bei dem alle Wege letztendlich zum Ziel führten.
Bei der anschließenden Verleihung der Abschlusszeugnisse in der mit zahlreichen Festgästen gefüllten Rebdorfer Aula griff Konrektor Alexander Sturm in seinen Grußworten dieses Bild vom Labyrinth wieder auf und vertiefte den Gedanken, dass ein solches nicht mit einem Irrgarten zu verwechseln sei. Denn jede Sackgasse und Nische enthalte bereichernde Erfahrungen und Momente als “Wegweiser”, die man sammeln könne. Und so wünschte er sich, dass die Maria-Ward-Realschule “für Euch ein Leuchtturm im verrückten Labyrinth des Lebens” bleiben möge. Sandra Lindermeier als Vorsitzende des Elternbeirats verwies indes auf den neuen Lebensabschnitt, der nun beginne, und betonte, dass es immer wichtig sei, auf andere zählen zu können. Mit den Worten “Schaut hin, wo Hilfe gebraucht wird! ” verband sie auch eine Einladung zur Mitgliedschaft im neuen Förderverein “Mary Ward Friends”.
Die sechs zehnten Klassen des Jahrgangs verabschiedeten sich mit Filmen, Sprüchen, Gesangs- und Tanzeinlagen sowie mit originellen Fotostrecken über ihre vergangenen Schuljahre. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Schulchor unter Leitung von Martina Beck. Erstmals in ihrer neuen Funktion als Leiterin der Schulabteilung stand Ordinariatsrätin und ehemalige Schulleiterin Barbara Staudigl vor den Festgästen und zeigte sich erfreut darüber, dass alle Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs die Prüfungen bestanden haben. In ihrer Festrede bezog sie sich dann dezidiert auf die “Fridays for Future”-Bewegung und attestierte den jungen Aktivistinnen und Aktivisten, dass diese grundsätzlich recht hätten mit ihren Forderungen, die sie an eine träge gewordene ältere Generation stellten. Greta Thunbergs Worte, dass man die Welt nicht ändern könne, wenn man sich immer an die Regeln halte, machte sich auch Staudigl zu eigen. Noch überzeugender wäre der Protest ihrer Ansicht nach jedoch, wenn man dafür auch seine Freizeit opfern würde. Sie plädierte für gemeinsames Handeln und zitierte abschließend Papst Franziskus mit den Worten: “Bleibt kritisch, mutig, träumt gemeinsam und träumt groß! “
Die Schülersprecher Philipp Beerhold und Nadine Fetsch bedankten sich bei Lehrerkollegium, Schülerschaft und Schulleitung für die gute Zusammenarbeit und verabschiedeten sich mit dem Bekenntnis, gleichsam wie Harry Potter während ihrer Schulzeit “Abenteuer mit viel Chaos” erlebt zu haben. Wichtiger als die Noten sei ihnen jedoch gewesen, in “unserem Umfeld Gutes zu tun – auch ohne magische Kräfte. ” Dass ihnen das mit einem Top-Management und einer engagierten Vertretung der Schülerinteressen bestens gelang, konnten die Verbindungslehrer Alexander Margraf und Julia Simmel gemeinsam mit der Schulleitung nur bestätigen. Letztere beschloss in Gestalt von Direktorin Monika Helmstreit denn auch den Reigen der Redebeiträge und verwies dabei wieder auf das Motto des Abends. In einem Labyrinth müsse man den Weg nicht suchen, sondern er führe über Umwege ans Ziel. Und Helmstreit zitierte Mary Ward mit den Worten: “Du findest den Weg nur, wenn Du Dich auf den Weg machst! ” In diesem Sinne gelte es, Ungewissheit und Skepsis hinter sich zu lassen. Man müsse loslassen, um Platz zu machen für Neues, und erst im Laufen erfahre man sich selbst. Den scheidenden Schülerinnen und Schülern rief Monika Helmstreit deshalb abschließend zu: “Seid stolz auf das, was Ihr erreicht habt, und geht mutig in die Zukunft! “
Der Jahrgang des Jahres 2019 zeichnet sich durch eine Reihe herausragender Leistungen aus, die auch entsprechend gewürdigt wurden.(Notendurchschnitte):
1,5: Julian Wich, Clara Reuder, Annika Meier; 1,45: Selina Brigl; 1,42: Nicolas Fachner; 1,38: Anna Gobleder; 1,33: Hanna Willner, Helena Hermann, Jasmin Brückner; 1,31: Hannah Biedermann; 1,25: Louisa Lederer, Selina Hendryks; 1,23: Selina Schmal, Nadine Fetsch; 1,17: Jana Seltmann, Anna-Sophia Franke; 1,09: Maleen Zöpfl.
Martina Beck