Südamerika fordert Legalisierung von Drogen

„Luftverschmutzung in China“, „Kampf gegen Kinderarbeit und Piraterie“, „Getöteter Afroamerikaner löst Aufstände aus“, „Wiedererstarken des IS in Arabien“ – das sind nur einige der vielen Schlagzeilen, die Maria-Ward-Schülerinnen beim dreitägigen Pol&IS-Seminar im Jugendgästehaus Schloss Pfünz schrieben.

Politik und Internationale Sicherheit stehen im Mittelpunkt des von den Jugendoffizieren der Bundeswehr angebotenen und durchgeführten Simulationsspiels. Dabei schlüpften die Schülerinnen der Klasse 10 A der Maria-Ward-Realschule Eichstätt gemeinsam mit 20 Schülerinnen der Maria-Ward-Realschule Schrobenhausen in die Rollen der Regierungschefs und der Wirtschafts- und Staatsminister von zwölf verschiedenen Regionen unserer Erde. Auf der großen Weltkarte wurden Streitkräfte, Diplomaten, Entwicklungshelfer, aber auch Guerillaeinheiten und Piratenverbände munter hin- und hergeschoben. Die Kontrollfunktion übernahmen in weiteren Rollen die Generalsekretärinnen der Vereinten Nationen, die Weltbank, die Organisationen Greenpeace und Amnesty International und die Weltpresse, die die wichtigsten Informationen regelmäßig zusammenfasste, einen internen Instagram-Account pflegte und Skandale aufdeckte. So ließ sich gleich zu Beginn die chinesische Regierungschefin Li Sa dazu hinreißen, ihr politisches Vorgehen für das nächste Jahr zu erläutern: „Wir wollen die Situation zunächst einmal nur verschärfen!“

Die Aufgabe der Zehntklässlerinnen lag nun darin, in zwei aufeinanderfolgenden „Pol&IS-Jahren“ ihre Länder im globalen Weltgeschehen voran zu bringen. Dazu mussten die jeweiligen Regionen kennengelernt, Aufgaben und Ziele formuliert und im Anschluss daran geschickte Verhandlungen mit den anderen Regionen geführt und Verträge geschlossen werden. Besonders lautstark und temperamentvoll ging es dabei an der Börse zu, wenn die einzelnen Regionen versuchten, ihre Güter an „die Frau“ zu bringen oder ihre jeweiligen Mängel zu managen. Voller Kreativität und Idealismus versuchten die einzelnen Regionen ihre Probleme zu lösen. So nutzte Südamerika den Vorwurf des illegalen Drogenhandels dafür, sich weltweit für eine Legalisierung von Drogen zu medizinischen Zwecken einzusetzen. Der Umgang Europas mit hilfesuchenden Flüchtlingen – Mauern bauen, Flüchtlinge aufnehmen oder das Leben vor Ort wieder lebenswert machen – zeigte den Jugendlichen deutlich auf, dass vermeintlich einfache Entscheidungen weitreichende Folgen nach sich ziehen können. Und durch den Einsatz von Grünhelmen, einer von Greenpeace gegründeten Gruppe von „Umweltsoldaten und Entwicklungshelfern“, die von Ozeanien, Europa und Afrika unterstützt werden, konnte das Great Barrier Reef gerettet, Bäume gepflanzt und Schulen in Afrika gebaut werden.

Fazit: „Politikunterricht einmal anders!“. Hautnah waren die Jugendlichen Akteure der großen Bühne der Weltpolitik, mit allen Konsequenzen. Gerade bei Themen unserer Zeit wurde den Schülerinnen schnell klar, dass es für komplizierte Fragen oft keine einfachen Antworten geben kann. Solange die Weltgemeinschaft aber bereit ist, miteinander zu reden und sich gegenseitig zu unterstützen, erscheint vieles möglich. So konnte auch ein drohender Austritt Russlands aus dem Atomwaffensperrvertrag durch konstruktive und diplomatische Gespräche abgewendet werden.

Alex Sturm