150-jähriges Jubiläum mit Pontifikalgottesdienst und Festakt

Auf immer neuen Wegen

Eichstätt (EK) Ein feierlicher Gottesdienst in der Rebdorfer Kirche St. Johannes mit Bischof Gregor Hanke und ein abwechslungsreicher Festakt in der vollbesetzten Aula des Rebdorfer Schulzentrums bildeten die beiden Höhepunkte des 150-jährigen Schuljubiläums der Maria-Ward-Realschule.

Ehrengäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft waren dazu ebenso geladen wie alle Angehörigen der Schulfamilie, Ehemalige und die Schwestern der “Congratio Jesu” als langjährige Trägerinnen und Begleiterinnen der Realschule.

Seine Glückwünsche zum Jubiläum sprach Dr. Peter Nothaft, Direktor des Katholischen Schulwerks in Bayern, der Schulfamilie im Rahmen des Festakts aus. Das Besondere und gerade für heute Bedeutsame der ganz eigenen pädagogischen Profilierung, durch die sich die Eichstätter Realschule als eine von 32 Maria-Ward-Schulen in Bayern auszeichne, sei das Element des Vertrauens, so Nothaft in seinem Grußwort. Mit Bezug auf den Titel eines Buches “Bis über die Ohren im Vertrauen?” betonte Nothaft die Bedeutung von Vertrauen sowohl im Leben und Wirken von Mary Ward, als auch als pädagogischen Grundstein der Maria-Ward-Schule in Eichstätt.

Auch Schwester Sabine Adam, Provinzoberin der Congratio Jesu aus München, nahm in ihrer Grußrede Bezug auf die zentralen Werte von Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit, die im Mittelpunkt des Wirkens von Mary Ward (1585 – 1645) gestanden hatten. Im Rahmen des Marchtaler Planes mit vielen spirituellen und kreativen Elementen, der Öffnung der Schule für Jungen und ihres steten Engagements für soziale Projekte in aller Welt habe die Maria-Ward-Schule diese Werte vorbildlich in ihr Konzept eingebunden: “Danke an Mary Ward, die diese Schule inspiriert hat und sicher vom Himmel aus wohlwollend auf die Schule hinabschaut! ”

Für die langjährig in Eichstätt sowohl in der Maria-Ward-Schule als auch in der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft am Residenzplatz und heute in der Abschiebehaftanstalt aktive Ordensschwester Claudia Köberlein hielt anschließend Bischof Gregor Maria Hanke eine Überraschung bereit. Feierlich überreichte er der in Schule und Stadt beliebten Schwester die Bistumsmedaille für herausragendes ehrenamtliches Engagement in der Diözese: “Unterwegs-Sein und Pilgern, sich immer wieder neu aufmachen ist ein wesentliches Element der Spiritualität Mary Wards. Schwester Claudia macht sich immer wieder auf den Weg, gerade mit jenen, die keine Heimat haben, die geflohen sind oder vertrieben wurden”, betonte der Bischof. Claudia Köberlein nahm die Medaille sichtlich gerührt an und wendete sich mit Bezug auf den bevorstehenden Wegzug ihrer Ordensgemeinschaft aus Eichstätt Ende 2019 mit ihrem Anliegen an das Festpublikum: “Mit dieser Medaille lege ich der Schulfamilie alle Flüchtlinge und in der Abschiebehaftanstalt lebenden Menschen ans Herz! ”

Auch Barbara Staudigl, Leiterin des Schulreferats der Diözese Eichstätt und ehemalige Schulleiterin der Maria-Ward-Schule, stellte das Motiv des “Unterwegs-Seins” ins Zentrum ihres Grußworts: “Du findest den Weg nur, wenn du dich auf den Weg machst. ” Die Maria-Ward-Schule habe sich nicht nur für Jungen geöffnet und sei eine gebundene Ganztagsschule, Fairtrade-Schule und MINT-freundliche Schule geworden: “Sie ist eine Schule, die als pastoraler Erfahrungsraum für junge Menschen gelebt wird, ein Ort, an dem junge Menschen die heilvolle und zukunftsermöglichende Botschaft des Evangeliums hören”, so Staudigl.

Auch die beiden Schülersprecher Nadine Fetsch (10 A) und Philipp Beerhold (10 D) drückten ihren Dank für das stets spürbare Bemühen ihrer Schule aus, nicht still zu stehen und sich offen für alles Neue zu zeigen. Es sei – global betrachtet – keine Selbstverständlichkeit, gerade als Frau lernen und in die Schule gehen zu dürfen, so Fetsch. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt mit zwei Liedern des Schulchors unter Leitung von Martina Beck, dem Konzert für zwei Celli von Vivaldi mit Neuntklässlerin Nerina Ertl und Martina Beck sowie einem Händel-Allegro des Lehrertrios mit Martina Beck am Cello, Dirk Böndl am Klavier und Anette Stößl an der Flöte.

Auf den berühmten Satz “Yes, we can”, mit dem der frühere US-Präsident Barack Obama 2008 seinen Wahlkampf geprägt hatte, nahm Bischof Gregor Maria Hanke in seiner Predigt Bezug. Auch die englische Ordensschwester Mary Ward, so betonte er beim Festgottesdienst in der vollbesetzten Rebdorfer St. Johannes-Kirche, habe mit ihrem unermüdlichen Veränderungswillen für den Slogan “Yes, we can” gelebt: “Frauen können der Kirche mehr geben als beschauliches Leben hinter Klostermauern; sie können Jüngerinnen sein. ” Ausdrücklich sprach er den Ehrengästen des Festgottesdienst, den anwesenden Schwestern der Congregatio Jesu, seinen Dank für viele Jahrzehnte der aktiven und spirituellen Begleitung der Schule aus: “Ohne sie gäbe es die Maria-Ward-Schule in Eichstätt gar nicht.”

Quelle: Eichstätter Kurier vom 03.05.2019 von Dagmar Kusche