Theater und Physik auf einer Bühne

Gelungene Premiere des Stücks “Abschalten” zum Thema Energiewende an der Maria-Ward-Realschule.

Eichstätt (EK) “Abschalten” hieß es bei der Theaterpremiere an der Maria-Ward-Realschule. Vor rund 150 Zuschauern präsentierten acht Schüler ein mitreißendes Theaterstück, das sie in vier Schultagen gemeinsam mit dem freischaffenden Theatermacher Jean-Francois Drozak spielerisch vorbereitet hatten.

 Entstanden war das Theaterprojekt “Abschalten” in Zusammenarbeit mit dem MINT21-Netzwerk an bayerischen Schulen und der Abteilung “Schulinformation” des Energieversorgers N-ERGIE, die altersgerecht an das Thema Energie, Umwelt und Wasser heranführen möchte. Die talentierten Jungschauspieler belohnte das Publikum nach der ebenso humorvollen wie nachdenklich stimmenden Aufführung mit tosendem Applaus.

Wie kann es gelingen, zwei so unterschiedliche Bereiche wie Theater und Physik zusammenzubringen? Diese Frage beschäftigte Theaterpädagoge Jean-Francois Drozak lange Zeit. Seine Antwort: das Theaterstück “Abschalten – Ein energetisches Theaterstück rund um die Energiewende”, das sich den Herausforderungen der globalen Energieversorgung und der höchst aktuellen Frage nach ökologisch verträglichen Energiealternativen widmet.

“Stellen Sie sich vor, Sie sind Japaner, Sie leben im Mittelalter und erhalten den Auftrag, Sie sollen etwas abschalten”, so führte Theaterpädagoge Drozak auch das Publikum in das Theaterstück ein, das sich inhaltlich an das Buch “Briefe in die chinesische Vergangenheit” von Herbert Rosendorfer anlehnt. Bei Drozak indes reist der Japaner Masayuki, herausragend von Danilo Denich (7 D) gespielt, per Zeitmaschine in die Gegenwart, um den Auftrag zu erfüllen – ein schwieriges Unterfangen, denn in seinem Jahrhundert gab es noch nichts, was sich hätte abschalten lassen. Was bedeutet überhaupt Energie? Zum Glück findet er Hilfe bei einer freundlichen und hilfsbereiten Richterin (Judith Michl), die dem Zeitreisegast sowie dem Publikum die enorme Relevanz von Energie in der heutigen Welt näherbringen kann.

Neben den jungen Akteuren, die im Vorfeld im Rahmen eines Castings an der Schule ausgewählt worden waren, war auch die Mitwirkung des Publikums gefragt. Denn das durch erfrischende Gags und Szenen aufgelockerte Theaterstück selbst benötigte Energie, besonders, wenn es wieder einmal spannend wurde. Dann rief eine der Kraftwerkmeisterinnen (Jasmin Brendel, Eva-Maria Marx) etwa “Drei Kraftwerke!” und die Helfer im Publikum waren aufgefordert, heftig in die Pedale zu treten, um Strom für die Kraftwerke zu erzeugen. Denn Strom komme ja nicht einfach aus der Steckdose: “Nur produzierter Strom kann verbraucht werden”, so die Botschaft.

Umgekehrt gab es auch Szenen, bei denen zu viel Energie vorhanden war. Dann, so vermittelten die jungen Theaterprofis, werde sie verkauft – ein Szenario, das beispielsweise feiertags bei Sonnenschein und viel Wind gegeben sei. Doch das sei manchmal gar nicht so einfach. Immer wieder brillierte die ewig grantelnde “Ökoterroristin” Huber, gespielt von Lucia Szylagyi, die am liebsten alles abschalten würde, was es auf der Welt gibt. Mit langen Schimpftiraden und Wutausbrüchen gegenüber unachtsamen Mitmenschen und unverantwortlicher Politik lud die Schülerin zum Nachdenken ein.

In ihren Botschaften einig waren sich zum Schluss alle Jungschauspieler: “Abschalten – damit eure und unsere Kinder in einer sauberen Welt leben können”, “Umsteigen – vom Auto aufs Rad” und “Runterdrehen – weniger Heizen, mehr Pullover anziehen”.

Quelle: Eichstätter Kurier von Dagmar Kusche erstellt am 28.03.2018 um 19:48 Uhr aktualisiert am 02.04.2018 um 03:33 Uhr