Studienfahrt der 9. und 10. Klassen ins KZ Dachau

Alljährlich machen sich die 9. und 10. Klassen, nach ausführlicher Vorbereitung im Unterricht, auf den Weg ins Konzentrationslager Dachau. Bereits wenn man das Eingangstor mit seiner zynischen Aufschrift passiert, verbreitet sich ein mulmiges Gefühl. Wenn man auf dem riesigen Exerzierhof steht, der eiskalte Dezemberwind durch die dicken Winterjacken pfeift und die Kälte trotz Schal, Mütze und Handschuhen in den Körper dringt, kann man sich vorstellen, wie die Inhaftierten damals in ihrer dünnen Häftlingskleidung gefroren haben müssen, welchen Qualen sie allein durch die winterliche Witterung ausgesetzt waren.

Zu Beginn informiert die Ausstellung, die sich im früheren Verwaltungsgebäude befindet, über die große Anzahl der Konzentrationslager und ihre Außenstellen während des Dritten Reiches. Erschütternd begreift man als Besucher, wie nahe eines dieser Arbeitshäuser unserer Heimat war. Im weiteren Verlauf erfährt man einiges über die Geschichte des Lagers von dessen Eröffnung bis hin zur Befreiung durch die Amerikaner, sowie die Schicksale seiner Insassen. Dieses unfassbare Elend wird durch den anschließend gezeigten Film noch deutlicher.

Beim gemeinsamen Rundgang, beginnend in den engen und spartanischen Baracken mit ihren demütigenden Sanitäreinrichtungen, vorbei an Wachtürmen, bis man schließlich in den Gaskammern und den Verbrennungsöfen steht, wird jedem klar: So etwas darf sich niemals wiederholen. Das Andenken daran ist ein erster wichtiger Schritt auf diesem Weg!

Thomas Held