Stolz auf eine lange Tradition

Die Maria-Ward-Realschule Eichstätt eröffnete mit dem „Mary-Ward-Tag“ ihr Jubiläumsjahr 2019 – 150 Jahre Maria-Ward-Schule

Die Maria-Ward-Realschule freut sich auf ein buntes und programmgefülltes feierliches Jubiläumsjahr: Die seit 2014 in Rebdorf angesiedelte Schule feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Den Auftakt für das bedeutsame Jubiläum bildete der traditionell an der Realschule gefeierte „Maria-Ward-Tag“ anlässlich des Geburtstags der bekannten Namensgeberin Mary Ward (1585 bis 1645).

Genau 150 Jahre ist es her – es war der 18. Mai 1869, als Schwestern der „Englischen Fräulein“, auch Maria-Ward-Schwestern genannt, mit gerade einmal zehn Schülerinnen im Eichstätter Dietrichstein-Hof, einem ursprünglichen Domherrenhof, den Schulbetrieb der heutigen Maria-Ward-Schule eröffneten. Auf Betreiben des damaligen Bischofs Franz Leopold von Leonrod sollten die Maria Ward-Schwestern in Eichstätt die Nachfolge der ehemaligen Notre Dame-Schwestern am Graben antreten und eine „Höhere Schule“ für Mädchen einrichten. Wechselhaft ist die Geschichte der Bildungseinrichtung seitdem, die nach vielen Umbrüchen und Umzügen heute als Realschule mit rund 720 Schülerinnen, Schülern und ihren Lehrkräften im ehemaligen Klosterkomplex von Rebdorf ihren neuen Sitz gefunden hat.

Ganz im Zeichen des besonderen Jubiläumsjahres stand daher der diesjährige „Maria-Ward-Tag“, den die beiden für Schulpastoral zuständigen Lehrkräfte Bea Trampert und Schwester Anna Jungbauer am 23. Januar mit einem ganz besonderen Programm für alle Schülerinnen und Schüler gestaltet hatten. Im Rahmen eines Morgenkreises begaben sich alle Schüler der fünften bis zehnten Klassenstufen mit Blick auf die bekannte Namensgeberin ihrer Schule auf eine ausgiebige und spannende Spurensuche. Dazu mussten die unteren Klassenstufen zunächst einmal ein Satzpuzzle zusammensetzen, das am Ende die Aufforderung Mary Wards „Gehe Wege, die noch niemand ging, damit du Spuren hinterlässt“ enthielt. Welche Energie, Kraft und Überzeugung und welchen Mut es wohl für die englische Schwester, die zu ihrer Lebenszeit auf Grund ihrer Überzeugungen so viel Verfolgung und Widerstand erlebt hatte, gekostet haben muss, ihren Weg ungeachtet der Gefahren weiterzugehen und auf diese Weise Spuren bis heute zu hinterlassen – diesen Eindruck nahmen die jungen Schülerinnen und Schüler nach Erläuterungen zum Leben von Mary Ward durch die Lehrkräfte aufmerksam mit.

Wie vielfältig die Spuren der Schwester sind, erfuhren die Schüler anschließend mit großem Staunen, nachdem sie sich, ausgerüstet mit Karten, Globus und Powerpoint-Informationen, auf die Suche nach den bundes- und bayernweit nach Maria Ward benannten Bildungsstätten machten: 78 Schulen – Gymnasien, Realschulen, Fachakademien und weitere Bildungsstätten – sind es weltweit, die den Namen Maria Wards tragen, davon allein 40 in Bayern und weitere acht in anderen deutschen Bundesländern. Am Ende des Morgenkreises lernten die Schülerinnen und Schüler zentrale Zitate von Mary Ward kennen und kamen dadurch dem Denken, dem Geist und der Ideen der englischen Schwester noch einmal näher.

Für die fünften Klassen hatte Jonas Langer, Fachschaftsleiter Religion, ein umfangreiches Programm für den besonderen „Maria-Ward-Tag“ erstellt. Einen Höhepunkt stellte der Besuch der Eichstätter Maria-Ward-Schwester Oberin Claudia Köberlein CJ dar, die im Festsaal der Schule spannende Details über das Leben und Denken von Mary Ward bereit hielt und wieder einmal ihre Freude am Kontakt mit der Schulfamilie unter Beweis stellte. Fasziniert lauschten die Schüler, als sie von dem lebenslangen Kampf der Ordensgründerin für die Emanzipation der Frau durch Bildung erfuhren. Gebannt hörten sie von den drei überaus gefährlichen Fußmärschen Mary Wards nach Rom, wo sie dem Papst ihr Anliegen, ein „Institut für Englische Fräulein“ zu begründen, vorbrachte. Nicht minder spannend war es für die Schüler, von der Festnahme und Gefangenschaft der mutigen Frau als Ketzerin in München, ihrem ungebrochenen Gottvertrauen und ihrer Treue zur katholischen Kirche zu hören. „Mary Ward zeigt uns mit ihrem Leben: Alles, was gut ist, setzt sich am Ende auch durch!“, gab Sr. Claudia den Schülerinnen und Schülern abschließend mit auf den Weg.

An vier spannenden Stationen setzte sich der besondere Schultag der Fünftklässler dann weiter fort. Auf dem Programm standen sowohl Filmausschnitte aus dem Musical „Mary Ward“ von Werner Lecheler, das 2014 als Schulaufführung gezeigt worden war, als auch die Anfertigung künstlerischer Lesezeichen mit Zitaten Mary Wards. Bei einer Spiegelmeditation zu einem Gedicht, das Schülerinnen vor Jahren zu den Eigenschaften Mary Wards verfasst hatten, konnte jeder Schüler mit einem Handspiegel in seine eigenen Augen schauen und eigene Stärken und Talente entdecken. Besonders spannend war der Workshop „Zitronenbriefe“, bei dem die Schüler die Geheimschrift selbst ausprobieren durften. Voller Staunen erfuhren sie, dass Mary Ward mit Hilfe dieser zunächst unsichtbaren Schrift im Gefängnis ihre Gedanken an ihre Mitschwestern aufgeschrieben hatte, die wiederum die vermeintlichen Blanko-Briefe erhitzten und die Schrift lesbar machten.

Abwechslungsreiches Programm rund um das große Jubiläum

Für das große Jubiläumsjahr 2019 haben Schulleitung und Lehrkräfte bereits ein buntes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Am 23. Februar ist der Kabarettist Han’s Klaffl ab 19:30 Uhr zu Gast mit seinem beliebten Kabarettprogramm. Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Maria-Ward-Realschule wird der Pontifikalgottesdienst im Eichstätter Dom um 09:30 Uhr mit anschließendem Festakt im Alten Stadttheater am 3. Mai 2019 sein. Zu weiteren Jubiläumsveranstaltungen, bei denen selbstverständlich auch die Öffentlichkeit willkommen ist, lädt die Schulleitung dann am im Mai und Juli ein: am 16. Mai um 19:00 Uhr findet eine Aufführung des Musicals „Maria Ward – gestern, heute und morgen“ von Werner Lecheler in der Aula der Schule statt. Am 11. Juli um 19 Uhr veranstalten die Geschichtslehrer der Maria-Ward-Schule die Vernissage einer großen Ausstellung rund um die Geschichte der Schule statt. Eifrig sind sie derzeit noch in den verschiedenen Archiven auf der Suche nach spannenden Dokumenten und Zeugnissen aus der 150-jährigen Zeit des Bestehens der Schule. Ergänzt soll die Ausstellung aber, so der ausdrückliche Wunsch der Lehrkräfte, durch private Erinnerungen, Zeugnisse, Dokumente oder anderweitige historische Stücke, die möglicherweise ehemalige Schülerinnen oder Lehrkräfte noch besitzen: „Vielleicht gibt es noch alte Turnbekleidung, Schallplatten, Aufzeichnungen oder Fotos, die unsere Geschichtsausstellung noch spannender machen!“, so Martina Beck, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Maria-Ward-Realschule. Über Kontaktaufnahme mit der Schule (Tel: 08421 9890-0) wäre sie dankbar.

Auch zum Jubiläumsfest am 12. Juli von 17:00 bis 22:00 Uhr sind neben Schülern, Eltern, Verwandten alle Ehemaligen und Interessierten eingeladen, das 150-jährige Bestehen der Schule gebührend mitzufeiern. Im Schuljahr 2019/20 dann wird das Jubiläumsjahr mit einer großen Kunstausstellung im Oktober und einem Jubiläums-Adventsmarkt am 13. Dezember 2019 ausklingen.

Quelle: Eichstätter Kurier vom 26./27. Januar 2019 von Dagmar Kusche