Römermuseum und Synagoge

Eine fachübergreifende Exkursion veranstalteten die Religions- und Geschichtslehrkräfte der 6. Klassen mit einer Fahrt in die geschichtsträchtige Stadt Augsburg. Dort wurden das Römermuseum im Zeughaus und die Synagoge bzw. das Jüdische Kulturmuseum Augsburg-Schwaben in der Halderstraße besichtigt.

Das Römermuseum Augsburg hatte aus der Not eine Tugend gemacht und seine vorübergehende Dependance im Gewölbe der Toskanischen Säulenhalle im Zeughaus zu einer Ausstellung der besonderen Art gestaltet. Unter dem Titel „Römerlager – Das römische Augsburg in Kisten“ werden herausragende Relikte der römischen Provinzhauptstadt Augusta Vindelicorum offen und frei zugänglich präsentiert. Nachbildungen laden auch zum Anfassen ein und vermitteln einen besonderen Zugang zu den Themenkomplexen Stadtgründung, Militär, Handel und Römerstraßen, die antike Götterwelt, das Privatleben der Römer und Bestattungsriten. Augsburg besitzt hier auch die bedeutendste Sammlung römischer Steindenkmäler in Bayern, deren Inschriften oft viele Informationen über das Leben und die Herrschaftsverhältnisse in der Provinz Raetien enthalten. Die größte Aufmerksamkeit erregte bei den pferde-affinen Schülerinnen und Schülern jedoch der einst vergoldete Pferdekopf aus der Wertach, der vermutlich zu einem Kaiserstandbild aus dem 1./2.Jahrhundert gehörte, das wiederum einen Triumphbogen in Augsburg zierte. Die Mädchen und Jungen konnten sich daneben auch in römische Gewänder hüllen, römische Speisegepflogenheiten wie z. B. Fischöl probieren oder schwere Gegenstände stemmen. Nach einer Mittagspause ging es dann in die nahe Augsburger Synagoge, die bis 1917 als architektonisches Meisterwerk im teils byzantinischen, teils klassizistischen Stil unter Anleihen bei Jugendstil und Neuer Sachlichkeit errichtet wurde und als eine der wenigen die Pogromnacht 1938 überstand. Im angeschlossenen Museum konnten die Schülerinnen und Schüler auch Einblicke in die jüdische Geschichte Bayerisch Schwabens und die religiöse Kultur des Judentums mit ihren Bräuchen und Riten gewinnen.

Andreas Stolz