Pädagogisches Konzept

Das biblisch-christliche Menschenbild prägt Unterricht und Schulleben

Die Welt ist Gottes Schöpfung.
Sie ist schön und ruft uns auf, auf sie zu achten und sie zu schätzen.

Der Mensch ist Geschaffener mit Körper, Geist und Seele.
In der Schule muss Raum für alle drei sein.

Der Mensch ist Gottes Ebenbild.
Als solcher ist er aufgerufen, die Welt und die Gesellschaft aktiv zu gestalten.

Der Mensch ist auf Beziehung verwiesen.
Er lebt nicht allein, sondern ist auf andere angewiesen.

Der Mensch ist auf Ruhe verwiesen.
Unterbrechung der Arbeit ist nötig, damit Körper, Geist und Seele zur Ruhe kommen.

Der Mensch ist zur Freiheit befreit – aber auch zur Verantwortung aufgerufen.
Freiheit muss immer verantwortet werden.

Der Mensch ist endlich.
Deswegen muss er sich seiner eigenen Grenzen bewusst sein.

Strukturelemente des Marchtaler Plans

Der Marchtaler Plan wurde Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts an kirchlichen Privatschulen der Diözese Rottenburg-Stuttgart entwickelt.

Den Namen verdankt dieses reformpädagogische Konzept der Akademie für Lehrefortbildung in Obermarchtal, wo sich engagierte Schulleitungen und Lehrkräfte zur Konzeption dieser Pädagogik trafen und sukzessive Lehrpläne für die verschiedenen Schularten entwickelt wurden.

Im Zentrum des Marchtaler Plans steht das christliche Menschenbild. Davon ausgehend werden Schulalltag, Unterrichts- und Prüfungsformen gestaltet.

Der Morgenkreis

  • eröffnet die Schulwoche
  • findet jeden Montag von 08:00 bis 08:30 Uhr statt
  • ist auf die Mitte ausgerichtet
  • wird von der Lehrkraft vorbereitet
  • rhythmisiert und ritualisiert die Woche
  • ist leistungsfreie Zeit

Inhalte:

  • Stilleübungen
  • Konzentrations- und Bewegungsübungen
  • Sinnenschulung
  • Aktuelle Ereignisse
  • Geschichten
  • Konfliktlösungen
  • und vieles mehr

Freie Stillarbeit (FSA)

… soll Schülerinnen und Schüler zu einem eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Arbeiten führen. In den wöchentlich vier Stunden dürfen sie frei wählen:

  • Partner
  • Stoff
  • Zeiteinteilung
  • Ort für das Arbeiten
  • Reihenfolge der Arbeiten
  • Zeitpunktes für die Prüfung

Vernetzter Unterricht (VU) – vom Kinde aus gedacht

Im Vernetzten Unterricht werden die verschiedenen Facetten eines Themas mit Herz, Kopf und Hand erforscht und erfahren. Hier gehen die Schulfächer Biologie, Geschichte, Erdkunde, Wirtschaft, Sozialkunde und vor allem Religion eine Verbindung ein. Religiöse, technische, soziale, wirtschaftliche und wissenschaftliche Aspekte werden im Zusammenhang behandelt. Im Vordergrund jeder Einheit steht der Mensch in seinen vielfältigen Bezügen zur Welt und zu Gott.

Fachunterricht

Der Fachunterricht ist die vierte Säule des Marchtaler Plans. Englisch, Deutsch, Mathematik, musische und praktische Fächer bleiben auch in den Ganztagesklassen im Fachunterricht bestehen. Allerdings werden sie in den Jahrgangsstufen 5 bis 8 auch in die Freie Stillarbeit integriert.

In den Ganztagesklassen, in denen der Vernetzte Unterricht stattfindet, bringen sich diese Fächer dort in den VU ein, wo es sich anbietet und thematisch sinnvoll ist.

Gestaltung von Leistungsnachweisen – Erziehung zu Freiheit und Verantwortung

Wir wollen dem Anforderungsprofil einer Leistungsgesellschaft mit Verantwortung und Augenmaß begegnen.

  • Wir erstellen und veröffentlichen Klassenterminpläne mit allen Prüfungen (auch kleinen Leistungsnachweisen) in kollegialer Absprache.
  • Wir arbeiten mit kompetenzorientierten und entwicklungsbezogenen Leistungsnachweisen.
  • Die Schüler(innen) wählen Prüfungstermine im Rahmen der Freien Stillarbeit und der Freien Studien selbst.

Feedback-Kultur

Bestandteil der Marchtaler-Plan-Pädagogik sind Schulbriefe als eine persönliche Form der Rückmeldung durch die Klassenlehrer(innen). Diese Form haben wir in den gebundenen Ganztagesklassen als eine neue Form der Feedback-Kultur eingeführt.

In den Klassen, in denen wir noch nicht mit Schulbriefen arbeiten, bemühen wir uns darum, den Schüler(innen) im Zeugnis eine aussagekräftige Zeugnisbemerkung zu geben.