"Nano-Shuttle" bei Maria-Ward

Nano-Shuttle zu Gast an der SchuleEichstätt (vak) Mit Laser Nanopartikel in einem Reagenzglas sichtbar werden lassen, oder eine Wasser abperlende Oberfläche herstellen: Experimentieren war angesagt für die Schülerinnen der Maria-Ward-Realschule.

Am Mittwoch war das „Nano-Shuttle“ zu Gast an der Schule. Mit zwei Doktoranden der Universität Würzburg hatten die Schülerinnen einer achten und zehnten Klasse die Möglichkeit, erste Einblicke in die Welt der allerkleinsten Strukturen zu gewinnen und selbst auszuprobieren, welche Anwendungsmöglichkeiten die Nanotechnologie bietet.

Nanotechnologie – das steckt überall: Ob Smartphone, Windräder oder gebogene Fernseher, sie ist die Zukunftstechnologie schlechthin. Frank Brunecker stellte den Schülerinnen zu Beginn in einem Vortrag die vielfältigen Anwendungsbereiche vor: So kann eine tragbare Trinkwasseraufbereitungsanlage mit Nanomembranfilter ohne Einsatz von Chemikalien Wasser reinigen – Cholera-Bakterien zum Beispiel werden einfach durch ihre Größe herausgefiltert. Auch in der Krebstherapie werden Nanoteilchen eingesetzt: Zur Behandlung von Gehirntumoren injiziert man in diese sehr kleine magnetische Eisenteile. Durch ein schnell wechselndes Magnetfeld werden die Eisenteile in Bewegung versetzt, die so entstehende Wärme zerstört den Tumor.

Der 29-Jährige spekulierte mit den Schülerinnen auch über die zukünftige Entwicklung der Nanotechnologie – von faltbaren Displays in der Jackentasche bis hin zu einem Aufzug in den Weltraum. Diese Idee beeindruckte die Klassen: „Das fand ich bei dem Vortrag am interessantesten“, sagte eine Schülerin. Physik- und Mathematiklehrerin Melitta Pitter hat die Forscher an die Schule eingeladen. Die Nachwuchswissenschaftler Elisabeth Memmel und Franz Bauer sind mit dem „Nano-Shuttle“ in ganz Bayern auf Initiative der bayerischen Staatsregierung unterwegs. Sie sind von der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher (ijf) und arbeiten selbst an ihrer Doktorarbeit. Lehrerin Melitta Pitter ist der aktuelle Bezug des Unterrichtsstoffs zur Forschung wichtig: „Die Teilbereiche werden im Unterricht behandelt, aber für Nanotechnologie selbst bleibt keine Zeit in der Schule.“

Die Chemikerin Elisabeth Memmel führte den Klassen ein Raster-Kraft-Mikroskop und ein Partikelmessgerät vor – eine 40.000 EUR teure Ausrüstung. Mit dem Partikelmessgerät bestimmte sie gemeinsam mit den Schülerinnen die Partikelgrößen in Kaffee. Anschließend experimentierten sie mit Frank Brunecker an verschiedenen Stationen: So sollten sie beispielsweise herausfinden, welches von zwei mit durchsichtiger Flüssigkeit gefüllten Reagenzgläsern mit Nanopartikeln versetzt ist. Diese Partikel wirken wie Spiegel, wenn sie mit Laser angestrahlt werden. Dadurch konnten die Schülerinnen ohne teures Mikroskop Nanopartikel sichtbar machen. „So etwas müssen wir uns auch anschaffen“, begeisterte sich Melitta Pitter.

Im Anschluss informierten die beiden Nachwuchswissenschaftler die Klassen noch über Berufsmöglichkeiten im Bereich Nanotechnologie: Ob eine Ausbildung als Laborassistent oder ein Studium in den Naturwissenschaften, den Mädchen stehen alle Wege in technische Berufe offen.

Quelle: Eichstätter Kurier (Online-Ausgabe: 22.12.2014; 19:26 Uhr) vak