Monte Carlo - Provence - Ligurien ...

... das wohl schönste Dreiländereck der Welt

Was haben die Rothschilds, Kennedys, Rolling Stones und Abramovichs gemeinsam? Sie haben sich einen Zweitwohnsitz an dem Platz ausgesucht, den wir, die 10 M, für unsere Studienfahrt gewählt haben.

Auf halber Strecke empfingen uns bei der Hinfahrt bereits der San Bernardino Pass und die beiden zauberhaften Seen Lago di Lugano und Lago di Como, die viele von uns schon derart begeisterten, dass sie gleich dortbleiben wollten. Leider folgte bei dem versuchten Kauf nobler Schweizer Leckereien sogleich die Ernüchterung, dass Schweizer Franken nicht umsonst einen exklusiven Ruf genießen. Abends bei der Ankunft im Hotel an der italienischen Riviera belohnte uns der herrliche Ausblick auf das Mittelmeer von allen Zimmern aus für die lange Busfahrt.

Der erste Tag führte uns in das Fürstentum Monaco, das uns mit traumhaftem Wetter und einer ebenso traumhaften Aussicht empfing. Nach faszinierenden Eindrücken im Ozeanografischen Museum, das anders als z. B. „Sealife“ und Co keine Ausstellung eingesperrter Tiere verherrlicht, sondern seine Besucher über die Verschmutzung der Weltmeere, Bedrohung vieler Meerestiere und andere Naturschutzaspekte unterrichtet. Anschließend ging es weiter mit einem einstündigen Spaziergang über den Hafen Monacos, wo wir das Glück hatten, dass gerade die internationale Yacht-Ausstellung stattfand. Der Spaziergang führte uns teils über die Formel 1-Strecke weiter zur monegassischen Oper und dem wohl berühmtesten Kasino der Welt, in dem James Bond regelmäßig seinen Martini „Shaken, not stirred“ genießt. Dort wurde der ein oder andere Kontakt mit Monegassen und anderem kosmopolitischen Publikum geknüpft und die berühmten Luxuskarosserien auf dem Kasinogelände und in den Kasinogärten begutachtet.

Nach einem Tag Luft der mondänen Welt schnuppern, ging es am zweiten Tag nach San Remo. Bei einer multilingualen Stadtralley, erfuhren wir nicht nur, was San Remo mit Kaiserin Sissi oder Eros Ramazzotti zu tun hat, wir konnten auch neue Freundschaften mit hilfsbereiten Einheimischen, anderen bayerischen Schulen und sehr netten Carabinieri schließen. Nach einer kleinen Stärkung am Meer, lud uns der neue, hervorragend ausgebaute Radweg ein zu einer sehr lustigen Tour mit 4-Rad-Rädern entlang der zauberhaften Riviera.

Der dritte Tag führte uns ein bisschen weiter westlich an die Côte d’Azûr: nach Nizza. Die sommerlichen Temperaturen luden ein zu einem ausgiebigen Spaziergang über die Promenade des Anglais mit Blick auf die atemberaubenden Blautöne der Côte d’Azûr. Unser kleines Künstlerprojekt führte zwangsweise zur erneuten Kontakt-aufnahme mit Einheimischen und Touristen und viele Schüler freuten sich bereits über Fortschritte bei ihren Sprachkenntnissen, sei es in Französisch, Italienisch oder Englisch. Der französische Nationalfeiertag des vergangenen Jahres hat sich tief in die Herzen der Einwohner von Nizza eingebrannt. Bei einem Terroranschlag mit einem LKW kamen 86 Menschen ums Leben und mehr als 400 wurden verletzt. Um dem Terror keine öffentliche Plattform zu bieten, verzichten die Niçois auf Denkmäler und Blumen. Einzig ein kleines Herz in einer versteckten Ecke an einem angrenzenden Park mit all den Namen der Opfer erinnert an die Tragödie. Zum Tagesausklang konnten wir bei einer Schifffahrt nach Villefranche-sur-Mer die wohl teuersten Villen der Welt begutachten und zum Abschluss unserer Reise noch einmal die atemberaubenden Lichtreflexe der Côte d’Azûr auf uns wirken lassen.

Die Heimfahrt führte uns erneut durch beeindruckende Landschaften in sechs verschiedenen Ländern. Leider blieb aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens keine Zeit mehr zu einem kleinen Spaziergang durch das Fürstentum Liechtenstein. Aber alle waren sich sicher, dass wir irgendwann einmal wieder diese Reise unternehmen werden. Nur mit viel mehr Zeit im Gepäck für das wohl schönste Dreiländereck der Welt.

Frau Distler