Moin, Moin! Dirndl trifft Matrosenanzug

Abschlussfahrt der 10 D nach Hamburg.

Der Start in die zweitgrößte Stadt Deutschlands begann etwas unterkühlt vom herbstlichen Morgennebel am Busbahnhof der Schule. Nachdem aber in Nürnberg unser genialer Busfahrer Ralf das „Ruder“ übernommen hatte, kam  Leben in die Truppe und in den Kilometerstand. Bereits am späten Nachmittag bezogen wir unser Hotel in Altona, wo ein gutes Abendessen die Strapazen der Anfahrt vergessen ließ. So gestärkt, begann die erste Ortserkundung zu Fuß. Hamburg zog uns sofort in seinen Bann, kein Wunder, denn wir gelangten bald zu einem herrlichen Aussichtspunkt, dem Altonaer Balkon, wo wir einen grandiosen Panoramablick über den erleuchteten Hafen genießen konnten. Das berühmte Herzstück des Hafens, die Speicherstadt, stand denn auch auf dem Besichtigungsprogramm des nächsten Morgens. Nach einer gemütlichen Flanierrunde in der Hafen City, bekamen wir eine Führung im Speicherstadtmuseum. Wir erfuhren interessante Details zur Geschichte dieses so ansprechend renovierten Stadtteils. Bei den Landungsbrücken ging es endlich an Bord. In einer Barkasse erlebten wir eine einstündige Hafenrundfahrt bei bestem Wetter und keinerlei Seekrankheit in der Crew. Wir schipperten an Hafengiganten aller Art vorbei und waren wirklich beeindruckt von den Dimensionen der Anlage, aber auch von ihrer metropolitanen Schönheit, für die die neue Elbphilharmonie ein markantes Beispiel darstellt. Zurück im Hotel begannen die „Stylingsessions“ für das Musical Der König der Löwen. Es sollte das Highlight der Reise werden. Mit dem Schiff setzten wir zur Musicalinsel über. Die Mädchen, teilweise im feschen Dirndl, hatten sich herausgeputzt. Wir erlebten eine Aufführung, die dem Londoner Original in nichts nachstand. Unser Ralf fuhr uns später über die Reeperbahn (im Bus ist man in 3 Minuten durch!) heim zum Hotel. Wir warfen also nur einen kurzen Blick auf „das Laster“.

Am nächsten Morgen ging es beizeiten los, denn es stand das Wattenmeer bei Friedrichskoog auf dem Programm. Eine recht junge Führerin, mit Stechgabel bewaffnet, holte uns pünktlich ab, um uns eine völlig andere Welt zu erschließen. Barfuß ging es in den Schlick. Nur Frau Benz hatte ihre coolen Gummistiefel an. Wir schlitterten durch Priele, Muschelbänke und wimmelndes Strandgetier und hatten eine Menge Spaß dabei. Nach kurzer, sonniger Rast in bunten Strandkörben besuchten wir am Nachmittag die nahegelegene Seehundstation. Wir durften diese geschmeidigen Seetiere hautnah erleben und wurden ausführlich über ihre Biologie informiert. Ziemlich zufrieden und erschöpft von so viel Seeluft ging es zurück nach Hamburg, wo der Tag gemächlich ausklang.

Am nächsten Vormittag stand endlich die zweistündige Stadtrundfahrt auf dem Programm. Unser Stadtführer, waschechter Hamburger und rhetorisch unschlagbar, gewährte uns einen umfassenden Einblick in die Facetten und die Geschichte dieser so faszinierenden Stadt. Nach einer kurzen Mittagspause schlenderten wir schließlich zur Kunsthalle, die den kulturellen Schlusspunkt der Fahrt bildete. Staunend betrachteten wir einmalige Kunstwerke wie Das Eismeer von Caspar David Friedrich oder die floralen Farbspiele von Emil Nolde.

Nach so viel Kultur hatte sich die ganze Mannschaft endlich zwei lang ersehnte Shoppingstunden in der Nähe des Hamburger Rathauses verdient. Bei Sonnenschein und Straßenkunst wurden sie zum reinen Vergnügen.

Die Heimreise am anderen Tag verlief zügig und staufrei. Nach rund 1 900 Kilometern erreichten wir müde, aber froh unseren Ausgangspunkt in Rebdorf.

Lucia Hentschel