„Meer der Möglichkeiten“: Abschlussfeier an der Maria-Ward-Realschule

Die Jahrgangsbesten der Maria-Ward-Realschule, die mit dem Gesamtschnitt „sehr gut“ abgeschlossen haben: Katharina Eckerle (1,17), Franziska Herdrich (1,17), Eva Wittmann (1,17), Michelle Hirsch (1,18), Stefanie Badmann (1,25), Julia Flierler (1,33), Melanie Koch (1,33), Sarah Kraus (1,33), Julia Pellert (1,33), Marina Schödl (1,33), Johanna Bittl (1,42), Samuel Funk (1,42), Marlies Stegmann (1,42), Katharina Skidan (1,45), Vera Anker (1,50), Rebecca Erhardt (1,50), Michaela Neumeyer (1,50), Sofie Spreßler (1,50), Kevser Uzunkaya (1,50)Zu einem festlichen Ereignis wurde die diesjährige Abschlussfeier der Absolventinnen und Absolventen an der Maria-Ward-Realschule Eichstätt. Erstmals in der Geschichte der Schule konnten nach einer erfolgreichen Abschlussprüfung, die alle Prüflinge bestanden hatten, mit der Klasse 10 M auch männliche Schüler in die „Freiheit“ entlassen werden.

Die Rebdorfer Pfarrkirche St. Johannes bot zu Beginn den Rahmen für einen eindrucksvollen ökumenischen Gottesdienst, der vom Schulreferenten der Diözese Peter Nothaft und dem evangelischen Pfarrer Günter Gastner konzelebriert wurde. Im Mittelpunkt der Feier stand dabei das Wasser als Symbol und Quelle allen Lebens. Blaue Stoffbahnen im Mittelschiff der Kirche breiteten sich aus wie ein Fluss, der vom Rinnsal zum Strom wird und sich schließlich symbolisch ins „Meer der Möglichkeiten“ ergießt.

Auch beim anschließenden Festakt in der Aula des Realschulzentrums stand das Wasser als Metapher für den Fluss des Lebens im Vordergrund. So betonte Konrektorin Monika Helmstreit in ihren Grußworten, dass sich das neue Leben der Absolventinnen und Absolventen gleichsam wie ein Schwimmbecken vor ihnen ausbreite: „Ihr müsst jetzt reinspringen und weiter schwimmen.“ Aber man solle gelegentlich auch eine „kleine Insel für eine Ruhepause“ ansteuern. Gerhard Nieberle, Bürgermeister von Eichstätt, sprach dagegen von Türen, die sich jetzt öffnen würden und durch die man selbst gehen müsse. Der Schulreferent der Diözese Peter Nothaft ging dann in seinen Worten auf den tieferen Sinn allen Lernens ein und verwies dabei insbesondere auf den Erwerb gegenseitiger Wertschätzung und des Respekts voreinander, der ein wesentliches Ziel der Bildung sei. Vor diesem Hintergrund machte er auch deutlich, dass gerade angesichts der aktuellen Weltlage die Anerkennung der Freiheit des Glaubens ein wichtiges Gut sei. Daneben ging Nothaft noch kurz auf die „Premiere“ der Klasse 10 M ein und konzedierte, dass sich das Marchtaler Pilotprojekt an der Maria Ward-Schule mittlerweile gut entwickelt habe. Die Elternbeiratsvorsitzende Sandra Lindermeier verabschiedete sich in ihrer launigen und kurzweiligen Art vom diesjährigen Jahrgang, aber auch von ihrem eigenen Amt. Als weitere Premiere verlieh sie im Anschluss an ihre Abschiedsworte erstmals den neuen Sozialpreis der Schule an Marlies Stegmann (10 D). In ihren Dankesworten ließen darauf die Schülersprecher Stefanie Mittermeier (10 C) und Sebastian Mandlinger (10 M) ihre Vergangenheit von der Grundschulzeit bis zur Abschlussprüfung Revue passieren. Letzterer hatte schließlich die Lacher auf seiner Seite, als er nüchtern feststellte: „Die Schüler sind fertig, die Lehrer am Ende.“ Während Schulchor, Schulband und Solistinnen unter Leitung von Martina Beck den Festakt musikalisch umrahmten, verabschiedeten sich die einzelnen Klassen mit Diashows, Kurzfilmen und eigenen musikalischen Einlagen. Nachdenklich gab sich schließlich Schulleiterin Barbara Staudigl in ihren Abschiedsworten. Auf den ersten Blick scheine die heutige Jugend mit der modernen Kommunikationstechnik mehr Möglichkeiten zu haben als frühere Generationen, aber der vermeintliche Segen der von Fotos bestimmten sozialen Netzwerke werde schnell zum Fluch: „Ständig wird man an Maßstäben gemessen, die einem von außen begegnen. Das bedeutet Stress.“ Vor diesem Hintergrund erzählte sie die gleichnishafte Geschichte von Jorge Bucay, in der ein Junge lernt, den wahren Wert eines Ringes und damit seinen eigenen Wert von „Fachleuten“, d. h. letztlich von empathischen Mitmenschen, einschätzen zu lassen, nicht etwa von „Followern“, die nicht hinter die Bilder blicken. In diesem Sinne rief sie den scheidenden Schülerinnen und Schülern zu: „Schaut tiefer und weiter, schaut hinter die Fotos und Bilder, die uns umgeben, schaut auf den Menschen, nicht auf Bilder von ihm!“

Andreas Stolz