Konsumtag in der 8 D

Wie ist das eigentlich mit der Sucht?

Das Thema Sucht begegnet uns öfter als man zunächst denkt. Wenn ein Jugendlicher sich ständig mit seinem Handy beschäftigt, wird ihm gleich vorgeworfen, er sei süchtig. Aber ist das denn dasselbe wie bei einem Drogenabhängigen oder einem Alkoholiker?

Dieser grundlegenden Frage, was es denn heißt, süchtig zu sein, gingen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 D nach. Der Konsum von süchtig machenden Stoffen ist für die Jugendlichen allgegenwärtig. Ob das Handy oder aber die Maß Bier am Volksfest – das Konsumieren ist ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Um verantwortungsvoll mit den Reizen, die auf die Heranwachsenden einwirken, umgehen zu können, hat sich die Maria-Ward-Realschule entschieden, Konsumtage in den Klassen zu veranstalten. Hier geht es weniger um ein reines „Verteufeln“ von illegalen Drogen, sondern um ein Erlernen eines selbstbestimmten Umgangs mit Suchtmitteln. Natürlich wurde auch die illegale Droge Cannabis thematisiert. Das Wissen wurde hier vertieft und die Schülerinnen und Schüler konnten sich von einigen Halbwahrheiten verabschieden. Darüber hinaus standen die gesellschaftlich akzeptierten legalen Drogen wie Alkohol und Tabak im Fokus der Workshops. Mit Rauschbrillen ausgestattet wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewusst, welche Auswirkungen der Alkohol auf ihren Gleichgewichtssinn hat. Besonders erschreckend war die Tatsache, dass fast jeder sechste Tote in Deutschland ein Raucher ist. Zwar hat der Wirkstoff kurzfristig nur geringen Einfluss auf das eigene Verhalten, aber dieser kann langfristige Schäden wie Lungenkrebs verursachen. Zudem gilt er als Einstiegsdroge für den Konsum von illegalen Drogen.

Im Nachhinein berichtete eine Schülerin der Klasse nochmals von ihrer Wahrnehmung des Konsumtages. Sie schätzte vor allem, dass Faktenwissen präsentiert und nicht nur Abschreckung betrieben wurde. Sie stellte fest, dass gerade bei alltäglichen Dingen wie Computerspielen die Wahrnehmung, ob ein Verhalten süchtig macht, sehr unterschiedlich ist. So ist man für die Schülerinnen und Schüler spätestens dann süchtig, wenn man nur noch ‚das‘ will und nie wieder etwas Anderes.

Gerade solch ein Nachdenken über den Begriff Sucht war das Ziel des Workshops. Die Jugendlichen konnten an diesem Tag Lebenskompetenz erwerben und sich durch verschiedene Bausteine dem Thema nähern. Abschließend stellten sie mögliche gesellschaftliche Regeln für einen verantwortungsvollen Konsum von Junkfood bis Alkohol auf. Dabei waren die Schülerinnen und Schüler meist härter in ihren Forderungen als es die Gesellschaft vorgibt.

Jonas Langer