„Inklusion öffnet das Herz“

 – Die Ausstellung „Natürlich anders!“ beeindruckt mit großer Vielfalt in der ehemaligen Johanniskirche.

Es ist eine überwältigende und berührende Ausstellung, die sich seit dem 16. März dem Publikum in der ehemaligen Johanniskirche zeigt. Unter dem Titel „Natürlich anders!“ setzen sich Eichstätter Künstler und Organisationen mit dem Begriff der Inklusion auseinander.

Dicht gedrängt nahmen rund 200 Gäste an der Eröffnung teil, die von den Trägern der Offenen Behindertenarbeit, der Caritas-Sozialstation Eichstätt, dem Caritas-Zentrum St. Vinzenz Ingolstadt und dem Bayerischen Roten Kreuz in Eichstätt in Kooperation mit zwölf Künstlern, Schulen und der Universität organisiert worden war. Landrat Anton Knapp und Oberbürgermeister Andreas Steppberger stellten in ihren Grußworten die große Bedeutung einer Ausstellung heraus, die das aktuelle Thema der Inklusion einer breiten Öffentlichkeit zugänglich mache.

Eindringliche Worte richtete Karin Fackler, Mutter einer körperlich und geistig behinderten Tochter an die Gäste. Für sie gestalte sich der Alltag ihrer Familie „natürlich anders“, doch sei es wichtiger, mehr die Gemeinsamkeiten, denn die Unterschiede zwischen nichtbehinderten und behinderten Menschen hervorzuheben.

Das Spektrum der präsentierten Kunstprojekte ist weit und an Fantasie, Einfühlungsvermögen und Willen zu intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema hat es den zwölf und teilnehmenden Künstlern und Institutionen mit über 300 Mitwirkenden nicht gefehlt. Besonders großer Anziehungskraft erfreute sich das Projekt „Heimat“ der Pflegestation 7 der Klinik Eichstätt und die Kunstaktion in Wort und Bild des Eichstätter Galeristen Hubert P. Klotzeck zeugt von einem enormen Engagement und Aufwand.

Eindrucksvoll haben sich indes Schülerinnen der Maria-Ward-Realschule mit ihrer Kunstpädagogin Angelika Süss mit Darstellungen behinderter und kleinwüchsiger Menschen bei dem spanischen Maler Diego Velasquez auseinandergesetzt und sich zu eigenen Kunstwerken inspirieren lassen. Das Thema in den Arbeiten der Kunstklasse der 9 D war „Behinderte sind Künstler“, „Behinderte und Ausgegrenzte sind Bildmotiv“. Neben Velasquez stehen dabei Clowns von Picasso und die Künstlerpersönlichkeiten Toulouse-Lautrec und Beethoven im Zentrum der Darstellung.

Neben dem malerischen Werk entstanden als eigenständige Gruppenarbeiten kurze Animationsfilme der Kunstgruppe 8 A, in denen der Begriff Inklusion beleuchtet wird. Weitere zwei Gruppenarbeiten der Kunstgruppe 9 D komplettieren den filmischen Bereich durch empfindsame Videos, die sich mit dem Thema Freundschaft und Zugehörigkeit beschäftigen.

Wie unterschiedlich und breit gefächert die Ansätze der Maria-Ward-Realschule sind, zeigt ein weiteres, ausdrucksstarkes Projekt aus dem Jahr 2016, das unter der kunsterzieherischen Leitung von Alice Lüder entstand. Sie initiierte und führte das Gemeinschaftsprojekt der Klasse 8 B und der Willkommensklasse der Maria-Ward-Realschule. Mit Begeisterung und großem Engagement wurden „Miteinander“ beeindruckende Schablonengraffiti auf Karton gestaltet. Nicht von Sprachlosigkeit zeugen die Bilder, sondern von einem starken Miteinander, von Kommunikation, Austausch und Gefühlen.

Auszüge aus dem Artikel des Eichstätter Kuriers (20.03.2017) von Dagmar Kusche – ergänzt durch Ausführungen von Angelika Süss