Im Land der 185 000 Seen

2017 11 im land der 1800 seenEin Austauschjahr in Finnland. 

Marlies Stegmann, Absolventin des Jahres 2016 und Trägerin des Maria-Ward-Sozialpreises 2016, hielt vor der Klasse 9 E einen kurzweiligen und lebendigen Vortrag über ihr Austauschjahr in Finnland mit der Organisation für Internationalen Jugendaustausch, YFU.

Sie sehe es als einmalige Chance, ein anderes Land als Teil einer Familie zu erleben, wenn man nach dem Schulabschluss ein Jahr im Ausland verbringt, so das Resumee der ehemaligen Maria-Ward-Schülerin, die im August 2016 für elf Monate in den hohen Norden Europas aufbrach, um dort in einer finnischen Gastfamilie zu leben, die elfte Klasse der allgemeinbildenden Oberstufe zu besuchen sowie die Lebensweise und die Sprache der Finnen kennenzulernen. Etwa hundert finnische Wörter konnte Marlies bereits, als sie ihre Reise antrat. Dies habe sich schnell als Vorteil erwiesen, da die Verständigung auf Englisch mitunter schwierig gewesen sei. Dass sie im Laufe des einen Jahres die finnische Sprache fließend zu sprechen gelernt hatte, stellte Marlies zu Beginn ihres Vortrags den Schülerinnen und Schülern der Klasse 9 E eindrucksvoll unter Beweis. Alles sei zu Beginn neu gewesen, erzählte sie aus ihrem reichen Erfahrungsschatz: Das finnische Schulsystem, eines der innovativsten und erfolgreichsten überhaupt, unterscheide sich grundlegend von ihren schulischen Erfahrungen hier in Bayern. So hat jedes Kind in Finnland von Geburt an das Recht auf einen Betreuungsplatz, alle SchülerInnen besuchen ab der Grundschule bis zur neunten Jahrgangsstufe gemeinsam eine Klasse und entscheiden sich erst danach für den dreijährigen Besuch einer berufsbildenden oder einer allgemeinbildenden Oberstufe. Unabhängig davon, ob die SchülerInnen nachmittags Unterricht haben oder nicht, erhalten sie mittags eine gesunde Mahlzeit an der Schule. Dass Marlies neben dem Schulalltag an den Wochenenden und in den Ferien mit ihrer Gastfamilie und mit Freunden ein außergewöhnliches Freizeitprogramm erleben durfte, schilderte sie anhand einer Auswahl an eindrucksvollen Fotos. "Nach elf Monaten ist nichts vorbei. Der Austausch lebt wegen der vielen neuen sozialen Kontakten weiter", schloss die junge Frau ihren Vortrag und ermutigte die NeuntklässlerInnen, sich für einen Austauschplatz und ein Stipendium zu bewerben.

Martina Beck