Erkundungen über Beruf von morgen

Eichstätt (EK) Feinwerkmechanik, Bankkaufmann oder -frau, Hotelfach, Verwaltung oder Zoll? Oder nach beendeter Ausbildung auf die Technikerschule? Bei der schulinternen Jobmesse stellten sich 26 Betriebe aus der Region im Realschulzentrum Rebdorf vor.

Vergangene Woche hatten die Schülerinnen und Schüler der beiden Rebdorfer Realschulen Gelegenheit, das breite Spektrum an Ausbildungsberufen und Fortbildungsmöglichkeiten kennenzulernen, das sich nach der Mittleren Reife für sie eröffnet. Das Interesse von Schülern und Eltern war groß, die 26 im Foyer der Knabenrealschule errichteten Stände von regionalen Unternehmen und Institutionen zu besuchen und sich mit umfassenden Informationen einzudecken.

Die Hände voller Prospekte, an den Armen voll bepackte Taschen mit Werbegeschenken und Informationsmaterialien, dazu noch eine Gratisbreze vom Stand eines regionalen Bäckereibetriebes - so konnte man die Schülerinnen und Schüler der achten, neunten und zehnten Klassen der Rebdorfer Knaben- und der Maria-Ward-Realschule durch die Gänge eilen sehen. Nach der offiziellen Eröffnung der Rebdorfer Jobmesse durch Landrat Anton Knapp, Georg Stark, Sachgebietsleiter für Wirtschaftsförderung im Landratsamt, und den Stellvertreterinnen beider Schulen herrschte an vielen Ständen großes Gedränge.

Doch es gab auch Raum und Gelegenheit für persönliche Gespräche von kleinen Schülergruppen mit Standbetreuern, die sich den Fragen der Jugendlichen mit viel Zeit und Geduld widmeten. Mit großem Eifer und beeindruckendem Engagement ließen sich die Schüler beraten und nahmen interessiert Einblick in die Abläufe der jeweiligen Betriebe, Institutionen oder Schulen. "Die Teilnahme an den gängigen Jobmessen wie beispielsweise in Ingolstadt ist für unsere Schüler häufig schwierig, da diese Messen meist unter der Woche stattfinden und oft nur bis 16 Uhr dauern", erklärten die Lehrkräfte Stefanie Weinretter-Riedel und Sabine Grimm, die für die Organisation der schulinternen Jobmesse verantwortlich zeichneten.

Den Organisatoren der inzwischen zweiten Jobmesse beider Realschulen ist es sehr wichtig, vor allem Firmen aus der Region zu präsentieren. Beeindruckend war das Spektrum von Unternehmen aus der unmittelbaren Umgebung, das die Bereiche Metalltechnik und -bau, Feinwerkmechanik, Natursteinverarbeitung und Holzbau ebenso beinhaltete wie den Einzelhandel, das Hotelwesen, die Diözesanverwaltung, Informatik, das Bankwesen, den Klinikbetrieb und das Finanzamt. Darüber hinaus waren auch die Fachakademie für Sozialpädagogik sowie die Technikerschule Ingolstadt anwesend; Letztere informierte Schüler und Eltern über die oftmals wenig bekannten, höchst vielfältigen attraktiven Weiterbildungsmöglichkeiten nach vollendeter Ausbildung. Viele Zuhörer staunten nicht schlecht, als sie hörten, dass der Weg über die Technikerschule im optimalen Fall bis hin zum Universitätsstudium und sogar zur Promotion führen könne.

Viele Schüler nutzten die Jobmesse nicht nur, um sich ein erstes Bild über ihr zukünftiges Berufsinteresse und mögliche Ausbildungsfelder zu machen, sondern vereinbarten sogar konkrete Praktikumstermine mit anwesenden Praktikaanbietern. So war zwei Schülerinnen der neunten Klasse der Maria-Ward-Realschule, die sich für die im März 2017 vorgesehene Praktikumswoche um einen Praktikumsplatz bemüht hatten, die große Freude über eine feste Zusage anzusehen. Andere Schülerinnen wiederum zeigten sich begeistert davon, dass viele technische und handwerkliche Betriebe explizit für die Bewerbung von Mädchen warben. So machte ein Betrieb für Feinmechanikwerkzeuge mit einem großen Plakat mit der Aufschrift "Mädels willkommen - Der Beruf ist für Jungs und Mädels geeignet" auf sich aufmerksam. Die Zeiten jungen- und männerspezifischer Ausbildungen und Berufe - dies erfuhren die Schülerinnen und Schüler überall auf der Jobmesse - sind schon lange vorbei.

Quelle: Eichstätter Kurier vom 17.10.2016 um 18:44 Uhr von Dagmar Kusche