Eine italienische Reise

Die Klasse 10 E auf Abschlussfahrt nach Sorrent.

„Wie unser Herz sich bläht, wenn nur ein Hauch des Glückes es durchweht!“, lautet ein Vers des italienischen Dichters Torquato Tasso (1544 – 1595), eines Nachfahren von Frederico Tasso, dem Begründer des Post- und Taxiwesens, und entfernt Verwandten zum Adelsgeschlecht der Regensburger Thurn und Taxis. Als berühmtester Sohn der süditalienischen Stadt Sorrent im Golf von Neapel, an deren Hafenbecken die Schüler/innen der Klasse 10 E während ihrer Abschlussfahrt residierten, thront seine Marmorstatue auf dem nach ihm benannten Platz. Ihre Woche in Kampanien hielt mit dem abwechslungsreichen Programm in der Tat viele solcher Glücksmomente für die Zehntklässler bereit. Der erste Anblick des Mittelmeers nach der nächtlichen Busfahrt und der Nachmittag am Strand brachten die müden Augen gleichermaßen zum Leuchten wie die heiße, duftende Pizza im „Paste e Pizza“ in der Innenstadt von Pompeji nach ihrer interessanten kulturellen Reise in die Welt der Antike. Offenbarte sich doch in der Ausgrabungsstätte Pompejis, das im Jahr 79 unter der Asche des Vesuvs begraben wurde, die bestaunenswerte Lebensweise der dortigen Bevölkerung, von deren Sagen- und Götterwelt die reichen Wandfresken zeugen. Bei dem verheerenden Vulkanausbruch sprengte es damals die gesamte Bergspitze weg, wie die Schüler/innen tags darauf von ihrem Bergführer Raffaelo bei einer Wanderung um den Krater, der sich seither neu gebildet hat, erfuhren. Einen Heidenspaß bereitete den Jugendlichen am Ende der Tour der schnelle Spurt durch das Geröllfeld des Vesuvs hinab ins Tal. Selbstverständlich kamen auch die kulinarischen Freuden nicht zu kurz: Nicht nur beim Besuch der Agricultura La Sorgente, wo die Landwirtin Rosa erklärte, wie Olivenöl gewonnen und Mozzarella hergestellt wird, genossen die Schüler/innen die berühmte italienische Küche, auch die Nudelgerichte im Hotel „Klein Wien“ ließ das Herz der Feinschmecker höherschlagen. Dass nach dem Abendessen die Dachterrasse für launige, laue Spätsommerabende offenstand, trug ebenso viel zu der heiteren, geselligen Stimmung unter den Jugendlichen bei wie die ausgelassenen Stunden am Strand. Abgerundet wurde das reichhaltige Programm mit zwei Schiffsfahrten, die unterschiedlicher nicht sein können. So eröffnete der Seeweg nach Positano und Amalfi einen atemberaubenden Blick auf diese beiden Küstenstädtchen, die rasante Speedboat-Tour über das Meer rund um die Insel Capri begeisterte am letzten Tag alle Teilnehmer der Fahrt, bevor sie schweren Herzens Abschied von Sorrent nahmen. “»Vedi Napoli e poi muori!« sagen sie hier. »Siehe Neapel und stirb!« Dass kein Neapolitaner von seiner Stadt weichen will, dass ihre Dichter von der Glückseligkeit der hiesigen Lage in gewaltigen Hyperbeln singen, ist ihnen nicht zu verdenken, und wenn auch noch ein paar Vesuve in der Nachbarschaft stünden“, schreibt Johann Wolfgang von Goethe, der übrigens Torquato Tasso ein Drama gewidmet hat,  in seiner „Italienischen Reise“ – ein Gedanke, der nach dieser Reise klar nachvollziehbar ist.

Martina Beck