Ein spannendes Gesprächskonzert

Eichstätt (ddk) Auf eine spannende Reise in die “Neue Welt” im ausgehenden 19. Jahrhundert nahmen vier Musikerinnen des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks Klassen der Jahrgänge 8 bis 10 der Maria-Ward- und der Knabenrealschule Rebdorf mit. Im Gepäck hatten sie das “Amerikanische Streichquartett” des tschechischen Komponisten Antonín Dvorák.

Ein virtuoses und zugleich informatives „Gesprächskonzert“ boten vier Musikerinnen des BR-Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks an der Maria-Ward- und Knabenrealschule Rebdorf. Im Rahmen des „Education“-Programms des BR-Symphonieorchesters spielten sie Antonin Dvoráks „Amerikanisches Quartett“.

Das Besondere des im Rahmen des BR-“Education”-Programms dargebotenen Konzerts: Auch die Schüler hatten Beiträge rund um die Welt von Dvoráks Amerika vorbereitet.

Das Stück hatte Dvorák als Direktor des Nationalen Musikkonservatoriums komponiert, in dessen Funktion er den Amerikanern bei der Entwicklung einer eigenen Nationalmusik helfen sollte. “Das war natürlich einerseits eine Riesenchance für den europäischen Popstar Dvorák”, sagte Christine Hörr-Kalmer, Bratschistin des BR-Symphonieorchesters, den rund 80 Schülern im Festsaal der Maria-Ward-Realschule, “aber dies bedeutete andererseits sicher auch zwiespältige Gefühle”.

Schnell war zu spüren, dass die Jugendlichen sich fächerübergreifend intensiv mit Dvorák und Amerika auseinandergesetzt hatten. Mit dem Education-Programm wolle man “Jugendliche an Musik heranführen, die ihnen nicht so geläufig ist”, erklärte Juliane Ludwig, begleitende Referentin für das Programm. Julita Smólen (Violine I), Bettina Bernklau (Violine II) und Katharina Jäckle (Violoncello) musizierten zusammen mit Christiane Hörr-Kalmer die Sätze des Konzerts.

Das Dvorák-Konzert hatten Schüler und Lehrkräfte in verschiedenen Fächern intensiv vorbereitet, so im Fach Kunst, in dem eindrucksvolle Arbeiten über Antonin Dvoráks Wirken in den USA von 1892 bis 1895 entstanden?

Wie die Schüler der Maria-Ward-Realschule und der Knabenrealschule sich das Leben Antonín Dvoráks in Amerika vorstellten, präsentierten sie zwischen den vier Sätzen des Streichquartetts mit großem Einfühlungsvermögen und viel Fantasie. So stellten Schülerinnen ihre Bilder vor, die sie in ihrer Kunstklasse mit ihrem Lehrer Adrian Smoll angefertigt hatten. Eine weitere Klasse hatte sich im Dichten geübt. Von den BR-Musikerinnen erfuhren die Schüler auch von Dvoráks Faszination für die Eisenbahn, mit der der Komponist mehrfach von New York nach Spillville gefahren war. Was der Komponist auf der 36-stündigen Zugfahrt gesehen und gefühlt haben mag, stellten die Musikerinnen den Schülern im zweiten Satz, dem getragenen “Lento”, vor – einem Satz voller Sehnsucht und Emotionen. Im dritten und im letzten Satz konnten sich die Schüler dann aber davon überzeugen, dass auch Freude, Witz und Spritzigkeit das neue amerikanische Leben Dvoráks geprägt hatte.

Das Programm

Das “Education”-Programm des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks bietet eine große Palette an Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche, Musik unmittelbar für sich zu entdecken. Das gesamte Angebot für junge Musikinteressierte, Familien und Schulen, das von moderierten Orchesterproben, Kinder-, Jugend-, Familien- und Schulkonzerten über Workshops bis hin zu Kooperationen und Partnerschaften mit Gymnasien, Real- und Mittelschulen reicht, findet sich in der Broschüre “Education 2017 – 2018”. Diese kann auch unter der E-Mail so.jugend@br.de angefordert oder über die Adresse http://www.br-so.de/education eingesehen werden.

Quelle: Eichstätter Kurier vom 21.03.2018 von Dagmar Kusche