Der Weg der Wünsche

Der Autor Akos Doma zu Gast bei den 9. und 10. Klassen.

In seinem Buch “Der Weg der Wünsche” erzählt der Eichstätter Autor Akos Doma die Geschichte von den Eltern Teréz und Károly, die zusammen mit ihren Kindern Misi und Borbála aus Ungarn nach Deutschland fliehen möchten, denn für sie ist das Leben im sozialistisch geprägten Land unerträglich geworden. Niemand darf von ihren Fluchtplänen erfahren, auch ihre Kinder verstehen erst während der Fahrt, wohin es wirklich geht. So brechen sie offiziell zum Plattensee auf, um dort Ferien zu machen. Doch ihre Fahrt geht weiter nach Jugoslawien, um von dort die Grenze nach Italien zu überqueren und weiter nach Deutschland zu fahren. Sie schaffen es bis nach Neapel und verbringen den Sommer in einem desolaten Auffanglanger, dort verliebt sich die Tochter Borbála zum ersten Mal und flieht schließlich mit ihrem Freund alleine weiter. Auf diese Textstellen setzt der Autor während seiner Lesung den Fokus. Akos Doma, der 1963 in Budapest geboren wurde und selbst als Jugendlicher mit seiner Familie Ungarn verließ, könnte auf seiner Flucht Ähnliches erlebt haben wie die von ihm erfundenen Figuren. Für jemanden, der sein Leben lang ein Heim hatte, ist es schwer nachvollziehbar, was es bedeutet, auf der Flucht zu sein. Am Beispiel der Familie Kallay konnte Akos Doma seinem jungen Publikum überzeugend schildern, welche Hoffnungen aber auch wie viel Druck und Angst das Verlassen der Heimat mit sich bringt. Die Freude auf ein Leben in Freiheit und ohne Bespitzelung, auf eine gerechte Behandlung ohne Furcht vor Willkür, lässt die Familie alle Strapazen ertragen. Am Ende blieb für die Schüler und Schülerinnen noch Zeit, Fragen an Akos Doma zu richten. Hier interessierten sie sich vor allem für die literarischen Vorlieben des Autors und er verriet ihnen, dass er hauptsächlich an der älteren, klassischen Literatur interessiert sei. Bei der Frage, wie der offen gehaltene Schluss zu verstehen sei, hielt er sich dagegen sehr bedeckt, denn jeder Leser soll hier seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Christina Mojse