Das Nairobi Hope Theatre als Gast bei den Klassen 7 – 9

“Geht ein Deutscher ins Ausland um Geld zu verdienen, ist er ein Auswanderer. Kommt ein
Fremder nach Deutschland, ist er ein Flüchtling.”

Das Stück beginnt in einem Flüchtlingslager. Männer, Frauen, Kinder sitzen auf dem Boden. Die
einzigen Habseligkeiten – Koffer, Plastiktüten, Decken, Wasserflaschen – liegen verstreut auf der
Bühne. 90 Minuten lang wird dieses Theater ohne Kulissen und Möbel auskommen, denn wie auch
Menschen auf der Flucht ständig neu improvisieren müssen, geht auch das Nairobi Hope Theatre
vor. Es gibt keine Rückzugsmöglichkeiten, die Kostüme müssen auf der Bühne gewechselt werden
und auch wer Pause hat, bleibt einfach am Rand sitzen.

Bereits zum zweiten Mal durften wir die Gruppe aus Kenia, acht junge Tänzer und Schauspieler,
begleitet vom deutsch-österreichischen Regisseur Stephan Bruckmeier, an unserer Schule
begrüßen. Seit fast 10 Jahren existiert dieses Ensemble, das im Slumbezirk Kariobangi in Nairobi
nahe einer legendären Mülldeponie eigenständig trainiert, um dann einmal im Jahr auf Deutschland-
Tournee zu gehen.

“Auf der Flucht” lautet das diesjährige Thema, das sich nicht nur auf die aktuelle Tagespolitik
bezieht, sondern auch viele historische Aspekte anspricht: die Völkerwanderung, die Französische
Revolution, die Besiedelung der USA, stets ist es der Kampf gegen Armut und für ein besseres
Leben, der die Menschen antreibt. Zwischen diesen Impulsen schafft es die Theatergruppe mit
überzeugenden Tanz- und Gesangseinlagen oder kleinen Rollenspielen die rund 400 Schülerinnen
und Schüler aktiv in das Stück einzubinden und so ein kleines Stück afrikanischer Kultur zu
vermitteln. Denn – so die Hauptaussage des Stücks – Probleme lösen kann man nur im ehrlichen
Dialog.

Weitere Infos unter www.hope-theatre.info

Sandra Springer