Botschafter für Versöhnung und Hoffnung

Erzbischof Simon Ntamwana zu Besuch an unserer Schule

Gespannt waren die Schülerinnen der Klassen 7 B und 7 C auf den angekündigten Besuch aus Burundi, auf den sie sich im Religionsunterricht gut vorbereitet hatten. Bereits im vergangenen Schuljahr lernten die Klassen beim Burunditag viel über das Land, die Kultur und unsere Partnerschule kennen. Dass nun aber der Bischof des Bistums Gitega persönlich bei ihnen vorbeikam, das erfüllte alle mit Spannung und ganz neuen Fragen.

Schon bei der Begrüßung war die gegenseitige Freude deutlich zu spüren. Unkompliziert nahmen der Bischof und der burundische Priester Stanislaus Ndumuraro im Stuhlkreis Platz. Die gestaltete Mitte deutete auf die gute Beziehung und das gegenseitige Nehmen und Geben hin: Auf der von burundischen Schülerinnen bestickten Tischdecke standen Teller voller selbstgebackener Plätzchen, welche Mädchen aus der 7 B mitgebracht hatten. „Was macht Sie als Bischof glücklich?“ – „Was wünschen Sie sich am meisten für die Kinder in Ihrer Diözese?“ – „Was mögen Sie an Deutschland?“ In munterer Fragerunde erfuhren die Schülerinnen, dass Bischof Simon am liebsten Bohnen mit Bananen (ein typisch burundisches Gericht) sowie schwäbische Spätzle isst, dass die Kinder der Gehörlosenschule auch in naturwissenschaftlichen Fächern ausgebildet werden und andere Sprachen lernen. Beeindruckt zeigten sich die Mädchen, als von den beiden Gästen zwei Schälchen mit roter Erde aus Burundi im Kreis herumgereicht wurden. Die Erde fühlt sich sandig und seidig an, stellten sie fest, sie sei allerdings stark eisenhaltig und wenig fruchtbar. Sehr nachdenklich wurden sie, als Bischof Simon den Neid der Menschen aufeinander als Grund für den jahrzehntelangen Bürgerkrieg in Burundi anführte und alle dazu einlud, sich für Versöhnung einzusetzen, ohne nachtragend zu sein. Dann könnten die Menschen überall auf der Welt in Frieden leben.

Sichtlich froh und stolz überreichten die Klassensprecher im Namen der ganzen Schulgemeinschaft am Schluss der Stunde den durch viele kleine und große Aktionen erwirtschafteten Betrag in Höhe von über 3.700 EUR, den Bischof Simon überaus dankbar und bewegt entgegennahm. In einem eindringlichen Appell bat er die Schülerinnen darum, die Gehörlosenschule auch in Zukunft zu unterstützen. Seine Vision ist es, die Schule zu vergrößern, so dass künftig neben den gehörlosen Kindern auch Kinder ohne Behinderung unterrichtet werden und ihre Schulpflicht dort erfüllen können.

Dies alles sei ohne partnerschaftliche Hilfe nicht zu schaffen, erläuterte der Erzbischof beim anschließenden Gespräch mit Vertretern aus Schulleitung, Schulpastoral und der FS Religion. In der Bildung der jungen Menschen liege jedoch die große Chance, dass sich das Land Burundi aus  Armut und Gewalt befreien und hoffnungsvoll in die Zukunft gehen kann.

Bea Trampert