Auf den Spuren des Mittelalters und der frühen Erdgeschichte

Fahrt der Klassen 7 D und 7 E nach Nördlingen

„Süddeutschland vor 15 Millionen Jahren: Ein Asteroid rast auf die Erde zu, ein gleißender Blitz überstrahlt die Sonne. In blühendes Hügelland wird in Sekunden durch eine ungeheure Explosion ein gewaltiger Krater geschlagen“, heißt es im Nördlinger Rieskratermuseum über die Entstehung des am besten erhaltenen großen Meteoritenkraters der Erde: das Nördlinger Ries. Dorthin führte die Klassen 7 D und 7 E eine Exkursion gegen Ende ihrer sechswöchigen Unterrichtseinheit im Rahmen des Vernetzten Unterrichts über das Leben im Mittelalter, begleitet von ihren VU-Lehrern Schwester Anna Jungbauer und Herrn Klenz sowie Frau Beck und Herrn Smoll. Denn diese Region hat gleich zwei außergewöhnliche Beiträge zu bieten, die das Wissen, das sich die Jugendlichen in der Schule erarbeitet haben, veranschaulichen. So thront am Rande des Ries die Harburg, eine der am besten erhaltenen und ältesten Burganlagen des süddeutschen Raums, deren Geschichte weit ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Auf einer Führung durch die Burg und ihre Verteidigungsanlage erweiterten die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen über das Leben auf einer mittelalterlichen Festung. Nebenbei erfuhren sie einiges über die Entstehung von mittelalterlichen Redewendungen und über die Herren der Harburg: Nach den schillernden Staufern ging die Harburg in den Besitz der Grafen von Oettingen und später, nach dem Aussterben der männlichen Nachkommen der Linie Oettingen, an das Adelshaus Oettingen-Wallerstein. Mitten im Ries liegt Nördlingen, eine ehemalige freie Reichsstadt, deren mittelalterlichen Kern ein ringförmiger Stadtwall umgürtet, der heute einen wundervollen Blick über die Stadt bietet, im Mittelalter aber vor allem Schutz vor möglichen Feinden gewährte. Wie reich Nördlingen vor fünfhundert Jahren war, zeigt allein die Tatsache, dass schon damals alle Kinder dieser Stadt täglich drei Stunden am Vormittag und drei Stunden am Nachmittag die Schule besuchten, wo sie unter anderem schreiben, lesen und rechnen lernten – Fertigkeiten, die damals beileibe nicht selbstverständlich waren. Der erste Tag ihrer Exkursion endete für die Siebtklässler schließlich mit dem späten Besuch des Kirchturms „Daniel“, von dem nach wie vor täglich der Türmer seinen Wächterruf „So G’sell so“ ruft. Tags darauf erfuhren die Schülerinnen und Schüler im besagten Rieskratermuseum einiges über Meteore, Meteoriten und Asteroiden und lösten auf einer eigenen Erkundungstour durch die Gassen der Stadt ein Quiz über Nördlingen, bevor sie nach zwei erfüllten Tagen wieder in Richtung Heimat fuhren. Hinter dem Falltor der Harburg hängt die Fratze eines steinernen Wolfes. Es heißt, man kehre wieder auf die Burg zurück, wenn man dem Wolf zuzwinkere. Liebe 7 D-ler und 7 E-ler: Habt ihr’s getan? Ich schon!

Martina Beck