Elternabend zum Thema WhatsApp

Die Elternbeiratsvorsitzende der Maria-Ward-Realschule, Frau Lindermeier, führte durch den Abend und ermutigte die anwesenden Eltern im Hinblick auf die Handykultur ihrer Kinder zu einer engen Zusammenarbeit.Wer ist zuständig, wenn Schüler nicht verantwortungsbewusst mit Whatsapp umgehen?

Eltern und Lehrer der Maria-Ward-Realschule trafen sich zum Gedankenaustausch über WhatsApp

„Es ist schwierig durchzuhalten, immer wieder den bösen Wachhund spielen zu müssen, immer wieder konsequent sein zu müssen. Wer will das schon?“, sprach eine Mutter am vergangenen Donnerstagabend vielen Eltern aus der Seele. Zahlreich waren sie der Einladung des Elternbeirats und der Lehrerschaft der Maria-Ward-Realschule zu einem Treffen gefolgt, das sich dem Thema WhatsApp widmete. „Warum müssen eigentlich Zehnjährige bereits ein Handy besitzen? Viele von ihnen können noch gar nicht damit umgehen. Dies müsste uns Eltern doch bewusst machen, dass wir auf ihren Wunsch nach einem eigenen Handy mit einem klaren Nein reagieren sollten!“, kritisierte eine Mutter den gesellschaftlichen Trend, dass Kinder immer früher ein eigenes Smartphone geschenkt bekommen. Als das Mindestalter für WhatsApp genannt wurde, breitete sich ein erstauntes Raunen in der Mensa des Realschulzentrums Rebdorf aus: 16 Jahre sollte jemand mindestens alt sein, der bei WhatsApp angemeldet ist. Im Hinblick auf die Gefahren wie Cybermobbing oder öffentliche Datenspeicher eine verständliche Altersbegrenzung. In der Realität sieht das allerdings anders aus. Oft nutzen bereits Kinder die weit verbreitete App. Dass Ketten- und Drohbriefe, die auf WhatsApp regelmäßig kursieren, besonders jüngere Schülerinnen und Schüler verunsichern und belasten, beschäftigt eine weitere Mutter. Ihre Tochter sei bereits Leidtragende gewesen, erzählte sie der Runde an einem Tisch. An diesem Abend fanden die anwesenden Eltern Gelegenheit, miteinander darüber ins Gespräch kommen, wie sie zu Hause den Umgang ihrer Töchter und Söhne mit dem Smartphone in verantwortungsbewusste Bahnen lenken. Die meisten von ihnen scheinen sehr genau zu wissen, wie sie in dem einen oder anderen Fall handeln würden. Und doch zeigt sich: Das Smartphone ist ein leidiges Thema in den meisten Familien. Umso wichtiger ist der Gedankenaustausch mit den anderen Eltern. Der Kauf eines Smartphones lasse sich ab einem bestimmten Alter nicht mehr so ohne weiteres vermeiden, da der Druck von Seiten der Gleichaltrigen zu groß werde, gab eine Mutter zu bedenken, die lange den Wünschen ihrer Kinder standhielt. Es sei für die Heranwachsenden ohne Handy nicht einfach, daneben zu stehen, wenn andere sich mit dem Handy beschäftigen, nicht mitreden zu können, nicht zu einer Gruppe dazu zu gehören.

Betont wurde an diesem Abend außerdem, dass Eltern und Lehrer an einem Strang ziehen müssen, damit die Mädchen und Jungen sich zu kompetenten Nutzern von WhatsApp, Instagram und Co entwickeln. „Kommen Sie mit ihren Sorgen auf uns zu, nur dann können wir im konkreten Fall angemessen reagieren und einschreiten“, ermunterte der Lehrer Jonas Langer die anwesenden Eltern. Die Schule leiste Aufklärungsarbeit und halte sich an strenge Regeln, die die Benutzung des Handys auf dem gesamten Schulgelände reglementieren, so seine Kollegin Martina Beck. Im ersten Schulhalbjahr etwa setzten sich bereits alle Klassen der Maria-Ward-Realschule mit verschiedenen Apps und ihren Gefahren auseinander. Als Basis diente die FAKSi-Broschüre, die im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts im Wahlfach Medienpädagogik unter der Leitung von Dr. Simone Birkel an der Maria-Ward-Fachakademie entstand, sowie eine Präsentation der IT-Lehrkraft Elisabeth Schmid, mit deren Hilfe nun auch den anwesenden Eltern das brisante Thema vorgestellt wurde. Außerdem wird die Handykultur immer wieder im Unterricht behandelt. Die Mutter eines Siebtklässlers berichtet von dem Projekt des „Handyfastens“, das in der Klasse ihres Sohnes durchgeführt wurde. „Es war eine anstrengende Zeit, aber wir haben durchgehalten. Und wir hatten auf einmal viel Zeit miteinander“, kommentierte sie die mehrwöchige Aktion. Im Juli werde zudem Cem Karakaya, Polizist und renommierter Spezialist für die Gefahren des Netzes, an der Schule zu Gast sein und vor den Schülern sprechen, kündigte Frau Schmid an. Aber es müsse auch nach dem Läuten der Schulglocke auf eine gute Smartphone-Kultur geachtet werden. Auch der Elternbeiratsvorsitzenden Frau Lindermeier liegt das Thema am Herzen: „Es ist wichtig, dass auch wir Eltern Medienkompetenz erwerben, dass wir miteinander sprechen und gemeinsam dahinter her sind, dass unsere Kinder mit dem Smartphone umgehen lernen.“ Frau Lindermeier kündigte daher bereits ein nächstes Elterntreffen nach Ostern zum Thema „Sicherheit im Netz“ mit dem Referenten Matthias Wiedler an.

Martina Beck