Unterwegs in der „Goldschlägerstadt“

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Personalausflug nach Schwabach

Ziel des diesjährigen Personalausflugs war die Stadt Schwabach, die im Schatten des benachbarten Nürnberg den meisten zunächst nur dem Namen nach bekannt war. Umso überraschter waren viele angesichts der fast schon südländisch anmutenden und gleichzeitig altfränkischen Attraktivität dieser Stadt, die auf eine reiche Geschichte verweisen kann. Weltweit berühmt ist Schwabach für seine Goldschläger-Tradition, die dann auch im Mittelpunkt des Ausflugs stand. So wurde gleich zu Beginn das Stadtmuseum im O'Brien-Park angesteuert, das zu den eindrucksvollsten modernen Museen in Bayern zählt. Neben den Abteilungen zur Stadtgeschichte, zu Blechspielzeugen und einer illustren Eiersammlung liegt hier der Schwerpunkt auf der Gold- und Metallverarbeitung, wobei der größte Raum wiederum dem Schwabacher Blattgold gewidmet ist. Nach einer informationsreichen Führung durch die Ausstellungsräume konnten die Teilnehmer als Höhepunkt eine Live-Vorführung in der so genannten „Goldbox“ miterleben. Jeder Arbeitsschritt beim Goldschlagen wurde fachgerecht und anschaulich erläutert und mit Originalwerkzeugen sowie echtem Blattgold versinnbildlicht. Die Zuschauer konnten auch immer wieder selbst „Hand anlegen“ an Werkzeuge und Materialien, so dass sich das Bild dieses ungewöhnlichen und selten gewordenen Handwerks vor aller Augen auch auf haptische Weise komplettierte. Dementsprechend groß waren nicht nur Erkenntnisgewinn und Erfahrungswert, sondern auch die Begeisterung im Kollegium. Der zweite Teil des Ausflugs führte uns dann in die Innenstadt, wo wir die Architektur des Königsplatzes mit imposantem Rathaus und spätgotischer Stadtkirche genießen konnten. Letztere erhielt mit dem zwischen 1 506 und 1 508 entstandenen 16 Meter hohen Hochaltar eines der größten und bedeutendsten sakralen Kunstwerke Süddeutschlands, bei dem damals großflächig auch Schwabacher Blattgold verarbeitet wurde. Der hervorragende Erhaltungszustand dieser Blattgoldauflage lässt nicht im Entferntesten auf ihr hohes Alter schließen und dokumentiert die außergewöhnliche Qualität des Goldes, während die Hauptfiguren des Hochaltars, der aus der Nürnberger Werkstatt von Michael Wolgemut stammt, vermutlich dem berühmten Veit Stoß zuzurechnen sind. Der so genannte „Wandelaltar“ enthält eine Werktags-, eine Festtags- und eine Passionsseite. Diese „Biblia pauperum“ und ihre liturgische Bedeutung in vorreformatorischer Zeit ließen sich einige von uns noch vor Augen führen, bevor man sich die Stadt näher anschaute und das eine oder andere Café oder Geschäft aufsuchte. Schließlich klang der abwechslungsreiche Ausflug bei einem gemeinsamen Abendessen im historischen Gasthof „Goldener Stern“ aus, wo es sich so mancher nicht nehmen ließ, zur Feier des Tages ein Dessert mit einem Hauch Blattgold zu verspeisen ...

Andreas Stolz